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Frühkindliche Bildung

Der prägendste und nachhaltigste Bildungsort ist die Familie. Denn: Bildung setzt Bindung voraus. Bildungspolitik heißt deshalb zuerst: Den Bildungsort Familie stärken, damit Elternverantwortung stattfinden kann. Die Herausforderungen im Bereich frühkindlicher Bildung und Erziehung ergeben sich aus vielschichtigen Wandlungsprozessen in Familie und Gesellschaft. Neben den Forderungen nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die einen bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung für alle Altersstufen erforderlich machen, muss zur Sicherstellung hoher Bil-dungsqualität und Chancengerechtigkeit für alle Kinder weiterhin in pädagogische Qualität investiert werden.

Um die Kinderbetreuungsangebote bedarfsgerecht zu gestalten, ist insbesondere im Bereich der Kinder unter drei Jahren der Ausbau weiterer Betreuungsplätze erforderlich. Allein zur Deckung des für 2013 ermittelten durchschnittlichen Bedarfs sind etwa 25.000 weitere Betreuungsplätze notwendig. Neben dem quantitativen Ausbau muss auch die pädagogische Qualität ständig weiterentwickelt werden. Bayern gehört mit dem Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetz und dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung (BEP) bundesweit zu den Vorreitern der Qualitäts- und Bildungsoffensive im Bereich Kindertageseinrichtungen. Die zielgerichtete Umsetzung des BEP in den Kindertageseinrichtungen und die ständige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit sind eine Daueraufgabe.

Kinder bedürfen zur Gestaltung ihrer Zukunft grundlegender Kompetenzen. Kinder mit besonderen Bedürfnissen, z.B. Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, Kinder mit (drohender) Behinderung oder Kinder aus bildungsfernen Familien müssen von Beginn an zusätzliche Unterstützung erfahren. Hierzu müssen ausreichend Betreuungsplätze von frühester Kindheit an zur Verfügung stehen.

Ziele

Ziel der Staatsregierung ist es, bis 2020

  • die Kommunen beim quantitativen und qualitativen Ausbau der Kinderbe-treuung für Kinder bis zur Einschulung zu unterstützen und damit diesen zu ermöglichen, dass jedem Kind, welches ein Betreuungsangebot nachfragt, ein qualitativ hochwertiger und erforderlichenfalls ganztägiger Betreuungsplatz zur Verfügung steht,
  • gemeinsam mit den Kommunen dafür zu sorgen, dass Schulkindern nach Bedarf ein differenziertes Bildungs- und Betreuungsangebot in Ganztagsschulen, Horten und integrierten Modellen zur Verfügung steht.
  • die Betreuungsquote von Kindern mit Migrationshintergrund im Vorschulalter (3 bis unter 6 Jahre) auch im ersten und zweiten Kindergartenjahr auf die Betreuungsquote von Kindern deutscher Herkunft in der jeweils entspre-chenden Altersklasse zu steigern.
  • Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache bereits im Vorschulalter sprachlich so zu fördern, dass sie in Regelklassen eingeschult werden können.
  • den durchschnittlichen Anstellungsschlüssel in Kindertageseinrichtungen weiter zu verbessern.
  • den Elementar- und Primarbereich durch weitere gemeinsame Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Lehrkräfte sowie gemeinsame Leitlinien für die pädagogische Arbeit in Tageseinrichtung und Grundschule noch enger miteinander zu verzahnen.
  • dem Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen entgegenzuwirken.

Maßnahmen

Ausbau von Betreuungsplätzen

Das BayKiBiG sieht einen gesetzlichen Förderanspruch für bedarfsgerechte Einrich-tungen unabhängig von der Betreuungsform und der Altersgruppe vor.
Zur Verwirklichung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für unter Drei-jährige

  • stehen im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms bis Ende 2013 Mittel des Bundes und des Landes in einer Gesamthöhe von mindestens 500 Mio. Euro zur Verfügung.
  • leitet Bayern Bundesmittel aus der Erhöhung des Umsatzsteueranteils ungekürzt an die Kommunen weiter (bis 2014 auf 114,8 Mio. Euro ansteigend).

Weitere Erhöhung der Qualität der frühkindlichen Bildung:

Durch ein Anreizsystem wird die Verbesserung des derzeit bestehenden durchschnittlichen Anstellungsschlüssels in Kindertageseinrichtungen angestrebt.
Im Rahmen des Projekts „Vorkurs Deutsch 240“ erhalten Kinder mit Sprachproblemen gezielte Unterstützung, so dass sie in die Regelklasse eingeschult werden können.

Durch das Projekt „Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen“ wird das pädagogische Team in Einrichtungen im Bereich der Sprach- und Literacyerziehung beraten und unterstützt, um bei allen Kindern gezielte Sprachförderung durchführen zu können.

Zur Umsetzung des BEP werden pädagogische Fachkräfte weiterführend qualifiziert. Schwerpunkte liegen insbesondere auf der Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule, der Arbeit mit unter Dreijährigen und der Sprachförderung.

Zur Steigerung der Kontinuität im Bildungsverlauf und engeren Verzahnung der Institutionen werden gemeinsame Leitlinien für die pädagogische Arbeit im Elementar- und Primarbereich entwickelt.

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Kindertageseinrichtungen besteht ein breites Ausbildungsangebot (z. B. auch Möglichkeiten der Ausbildung in Teilzeitform, erleichterter Zugang zur sog. Externenprüfung).
 

Zusätzliche Informationen

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